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Die Kirche wird erstmals im Jahr 1252 erwähnt. Erbaut im frühen 12. Jahrhundert, ist sie eines der ältesten Gotteshäuser der Region. Der „mächtige, quer-rechteckige Westturm“ (Dehio), ursprünglich ein Wach- und Wehrturm, kann sogar als das älteste noch erhaltene Gebäude im Wolfhager Land bezeichnet werden. Er bildete einen Bestandteil des Burgendreiecks Desenberg - Calenberg - Malsburg, das eine alte Handelsstraße beherrschte. Im 12. Jahrhundert wurde ein Kirchenschiff mit flacher Decke im Stil der römischen Basilika angebaut, in das der Turm als Westwerk einbezogen wurde. Es war durch drei hohe Rundbogenöffnungen zugänglich. Dieses Kirchengebäude stellt den südlichsten Ausläufer der niedersächsisch-westfälischen Bauweise dar.
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Der ganze Bau besteht einheitlich aus steinsichtig geputztem Bruchsteinmauerwerk mit Quaderfassung der Kanten über teilweise zerstörtem Sockel. Die hochliegenden romanischen Rundbogenfenster des Kirchenschiffes weisen zum Teil eine tiefe Schräglaibung auf. Die drei Seiten des Chorraumes sind von hohen Renaissancefenstern umgeben. Im Turm befinden sich kleine Luken in zwei Zwischengeschossen.
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Das Dach mit offenem Dachüberstand ist mit Weser-Sandsteinplatten eingedeckt. Der Turm (Westwerk) trägt ein steiles Walmdach, am Südende des Firstes sitzt ein verschieferter Dachreiter mit achtseitigem Spitzhelm. In ihm befindet sich die auf fis’ gestimmte Uhrschlagglocke aus dem Jahr 1887 (J. F. Weule, Bockenem), die jeweils zur vollen und zur halben Stunde schlägt. Das Gewölbe und die Wände des Chorraumes sind mit einer spätgotischen Ausmalung aus dem Jahre 1485 versehen. Das Ranken- und Blattwerk trägt im östlichen Joch als Schlusssteinmalerei ein Kreuz mit zwei Lanzen und vier Medaillons: Engel (Matthäus), Löwe (Markus), Stier (Lukas) und Adler (Johannes).
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Im westlichen Joch findet sich als Schlusssteinmalerei eine Dornenkrone mit drei Nägeln und der Umschrift (gotische Minuskel) „Anno domini mcccclxxxv (1485) et ...“. An den vier Schiffseiten befinden sich aufgemalte Vorhänge und Ornamente. Nach der Reformation wurde die Wandmalerei im Zuge des Bildersturmes weiß übertüncht und erst 1934 bei Renovierungsarbeiten wieder entdeckt und freigelegt. Der heute bekannte Name der Kirche gründet sich auf das Andreaskreuz, das sich im Chorgewölbe und an der in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts bemalten Kanzel findet. Ursprünglich war die Kirche jedoch „unserer lieben Frau“ gewidmet, wie aus einer Urkunde des Bischofs von Mainz aus dem Jahr 1490 hervorgeht.
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Anfangs stand die Kirche unter dem Patronat der Grafen von Everstein. Am 4. Mai 1252 übergab der Erzbischof von Mainz die Kirche und ihr Patronat dem Zisterzienser Nonnenkloster Wormeln. In späterer Zeit eigneten sich die Herren von Calenberg gewaltsam das Patronat zu; nach deren Aussterben ging es im Jahre 1813 an den Kurfürsten von Hessen über. Im 30-jährigen Krieg brannte der Turm vollständig aus, vermutlich wurde auch das Innere der Kirche zerstört. Der Turmeingang wurde zugemauert. Die Erneuerung zog sich bis zum Jahr 1650 hin, da die Bevölkerung stark verarmt war. Während des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) wurde die Kirche als Gefängnis benutzt; hierdurch entstand wiederum großer Schaden. Die Orgel wurde völlig zerstört, die Einrichtung der Kirche zum Teil verwüstet.
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Die heutige Orgel (Schleifladen, mechanische Traktur) stammt aus dem Jahr 1785 und verfügt über 15 klingende Register. Sie befand sich bis zum Jahre 1973 auf einer im Jahre 1595 erbauten Empore über dem Altarraum. Im Zuge des Umbaus der Kirche, der die Wandbemalung voll zur Geltung kommen lässt, wurde die Orgel an die Westseite versetzt.
Im Jahre 1989 wurde der ursprüngliche Eingang, vom Turm aus, nach 360 Jahren wieder hergestellt
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Der Altar kam im Jahr 1973 im Zuge der vom 7. Mai bis zum 3. Advent dauernden Umbau- und Renovierungsmaßnahme neu in die Kirche. Er wurde von der Firma Wachenfeld in Külte in einem Stück aus dem Külter Sandsteinbruch herausgehauen und bearbeitet. Das Kupferkreuz auf dem Altar und die Wandlampen wurden von H. Schönwandt aus Nordeck bei Gießen geschaffen. Das ursprünglich in der Kirche vorhandene Kruzifix war im 16. Jahrhundert für ein Fass Bier nach Warburg verkauft worden.
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Der Taufstein wurde im Jahr 1600 von Pfarrer Heinrich Krews gestiftet. Dies ist aus einer Widmung an einer der acht Taufsteinseiten ersichtlich. Drei weitere Seiten tragen Bibelstellen zur Taufe. Auf zwei Seiten sind die Wappen der Familien des derzeitigen Patronatsherrn, Hermann von Calenberg, und seiner Ehefrau Margareta von Bodenhausen, abgebildet. Des weiteren sind eine bildliche Darstellung der Taufe Jesu und zwei Abbildungen von Wappenornamenten zu sehen. Die Namen der kirchlichen Amtsträger - Pfarrer, Kastenmeister und Küster - sind ebenfalls verzeichnet. Der Taufstein wurde bereits kurze Zeit nach seiner Anschaffung aus der Kirche verbannt und im Pfarrgarten, als Vogeltränke, Pflanzschale und Messerwetzstein missbraucht, gelagert. Erst 1951 wurde er von Pfarrer Theo-Bert Schneck und, mit einem neuen Sockel versehen, wieder in die Kirche geholt.
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Die Kanzel besteht aus Sandstein mit alter Ölfarbenfassung. Sie ist 2,06 m hoch. Der Korb ist im 6/8-Typ gestaltet und trägt eine Holzbrüstung mit oberem und unterem Abschlussprofil. An den Brüstungsseiten befindet sich ein flaches Relief des Calenberger Wappens und gemalte Darstellungen von Aposteln und Evangelisten: Matthäus mit Engel, Markus mit Löwe, Lukas mit Stier, Johannes mit Adler, Paulus mit Schwert, Andreas mit Andreaskreuz, Apostel (?) mit Stab. Die Korbstütze wird vermutlich vom ehemaligen Taufsteinsockel gebildet. Der Zugang zur Kanzel erfolgt über den Pfarrstand aus dem Jahr 1667, der die Inschrift trägt: „SIHE AUF DAS AMPT DAS DU EMPFANGEN HAST IM HERREN DAS DU DAS SELBE AUSRICHTEST COL. IV.V.17.“
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Rechts unterhalb der Kanzel fällt der Blick auf das Wandgrab für Veronika geb. von Boyneburg, „Jost von Calenberge nachgelassene Witwe“. Die grabsteinförmige Platte trägt eine annähernd lebensgroße Frontalfigur, die von vier Wappen umgeben ist: oben links Boyneburg, oben rechts unbekannt, unten links „KNVTEN“ und unten rechts „SCHLATHEIM“.
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Das 1991 von Jakobus Klonk geschaffene Altarfenster stellt das Thema „Hoffnung“ als Auferstehungsmotiv dar.
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Die Glocken tragen die Namen Glaube (110 cm Durchmesser, 750 kg, fis’), Liebe (98 cm, 500 kg, gis’) und Hoffnung (81 cm, 320 kg, h’). Sie wurden im Jahr 1974 von der Firma Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher gegossen. Die Feier des 1150-jährigen Bestehens des Ortes Wettesingen regt zur Besinnung auf die eigenen Wurzeln an. Nur wer seine Wurzeln kennt, findet festen Grund und kann wachsen und sich entfalten.
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