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Nach viermonatiger Vorbereitungszeit führten der Kinderchor Hitkids und der Jugendchor For You am 17. Mai vor ca. 240 Gästen das Kindermusical „Zahlen, bitte!“ auf. Sabine Kötting hatte zum preisgekrönten gleichnamigen Liederbuch von Robert Metcalf, der dieses Projekt sehr umfassend unterstützte, eine Spielhandlung geschrieben. Marie Funke (hervorragend gespielt von Janine Hildebrand), Schulleiterin am Rande der Verzweiflung, schläft eines Abends erschöpft vor dem Fernseher ein. Ist es Zufall oder Vorsehung, dass gerade „Wetten, dass?“ läuft?
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Moderator Thomas Gottschalk (herrlich: Leoni Hildebrand) steht plötzlich in ihrem Wohnzimmer, gibt sich als ihr Schutzengel aus und macht ihr einen Vorschlag, wie sie die Zustände an ihrer Schule nachhaltig verbessern kann: Sie soll – als Wette in seiner Sendung – mit ihrer Schule ein Musical schreiben und aufführen. Marie traut weder ihrem Verstand noch dem merkwürdigen Engel, und als dieser auch noch von ihr verlangt, sie dürfe im Fall des Misslingens ein Jahr lang keine Gummibärchen essen, schickt sie ihn kurzerhand zurück in den Fernseher und schläft weiter. Doch am Morgen wacht sie mit ebendieser Idee auf. Ob ihr nun wirklich ein Engel erschienen ist oder ihr im Traum der rettende Einfall gekommen ist, bleibt offen – wie im wirklichen Leben. Ein weiterer christlicher Anklang findet sich in einer Streitszene. Zwei Mädchen (lebensnah: Johanna Flörke, Anna-Lea Schmidt) raufen um eine Tüte Bonbons und beschimpfen sich gegenseitig als „Knauserziege“ und „Fressmonster“. Ihre Freunde (Robin Schwedes, Alina Nolte) bemühen sich, den Streit beizulegen; die Freundin hat noch Weintrauben dabei, die sie mit den Anderen teilt, damit man sich nicht um die Süßigkeiten streiten muss. Das Symbol der Trauben verweist auf das Heilige Abendmahl. Die Idee der Schulleiterin besteht darin, dass jede Klassenstufe sich für das Musical ein Lied ausdenken muss, das genau im Takt der Zahl ihrer Jahrgangsstufe steht. Während die Schüler mit vereinten Kräften daran arbeiten, wächst ganz von selbst ihre Gemeinschaft. Schule macht wieder Spaß – sogar dem bedauernswerten Mehrfach-Fünfer-Kandidaten (Luca Hildebrand), der von seinem Freund (Robin Heisler) tatkräftige Hilfe erfährt - und sie entdecken, dass ihre Schulleiterin doch gar nicht so übel ist. Dies spricht am Ende eine Schülerin (Talea Witte) offen aus und findet große Zustimmung. Zum Schluss ruft Marie den Showmaster an und bewirbt sich mit ihrer Idee für seine Sendung. Der nimmt an: „Topp, die Wette gilt!“ Die Kinder konnten als Schüler/innen quasi sich selbst spielen; Die Szenen wurden nach Vorspielen der eigentlichen Idee durch freies Nachspielen eingeübt und die Texte erst nachträglich zur Gedächtnisstütze ausgegeben. Auf diese Weise kam eine Menge Leben ins Spiel, und es wurde im Chor selten so viel gelacht wie in den Musicalproben! Das Publikum honorierte das offensichtliche Vergnügen und die überzeugende Spielweise mit häufigem Szenenapplaus und stehenden Ovationen.
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Die Lieder mit Spaß- und Ohrwurmgarantie brachten Sänger/innen und Publikum unweigerlich in Bewegung, und die Chormitglieder sprudelten geradezu über von eigenen Gestaltungsideen. Neben den mitreißenden und mit Bewegungen ausgestalteten Chorparts waren auch einige sehr schöne Solostimmen zu hören. Während die beiden ersten Lieder – vom Onkel Heinz, der immer „Eins, nur eins“ sagt, und von vielen Dingen, die nur zu zweit möglich sind - temperamentvoll vom gesamten Chor gesungen und dargestellt wurden, übernahm danach etwa die Hälfte der Chormitglieder Solostrophen im Wechselspiel mit den gemeinsam gesungenen Refrains . So ließ Janine Hildebrand mit ihrer weit über ihr Alter hinaus entwickelten Stimme geheimnisvoll die Magische Drei in Erscheinung treten.
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Anschließend stellte sie als Lehrerin knifflige Fragen, deren Antwort immer „Vier“ lautete, z. B. „Wie viele Saiten hat ‘ne Geige?“ oder auch „Wie viele Zähne hat mein Opa?“ Die Antwort hierauf gab das Bühnenbild! (siehe Foto unten) Sarah Führer führte stimm- und rhythmussicher das im Fünfertakt stehende Lied von den fünf Fingern, und Leoni Hildebrand freute sich ausdrucksstark und wahrhaft diebisch über eine Sechs beim Mensch-ärgere-dich-nicht. Corinna Heisler und Paula Hofberger besangen im schwierigen Siebenertakt die sieben Wochentage. Anschließend stellte Janine Hildebrand lebhaft die Familie Acht vor, die eine Achterbahn betreibt und ihre acht Kinder morgens durch achtmal Klatschen aus dem Bett zu scheuchen versucht. Jana Brenner erzählte von ihren neun tierischen Leben und bewältigte dabei gar nicht so einfaches Tonmaterial inklusive Tonartwechsel. Leoni Hildebrand schwärmte von einem zehnten Geburtstag (zünftigerweise im Zehnertakt – das soll ihr mal jemand nachmachen!). Talea Witte sang von einem außergewöhnlich spannenden Fußballspiel (Elfertakt!), bei dem immer mehr Spieler ausfielen und sie am Ende ganz allein die gegnerische Mannschaft besiegte, und am Schluss rührten Johanna Flörke und Janine Hildebrand mit ihrem gefühlvollen Lied über zwölf Eulenkinder, die zur Mitternacht neugierig dem neuen Tag entgegensehen, das Publikum zu Tränen. Auch an der choreografischen Ausgestaltung beteiligten sich Viele: Robin Schwedes tanzte als Eins, drei Magierinnen (Tabea Brenner, Johanna Flörke und Alina Nolte) flatterten in schwarzen Gewändern über die Bühne, als Viererquartett traten Jana Brenner, Corinna Heisler, Sarah Führer und Talea Witte mit thematisch gestalteten Reifen auf.
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Anna-Lea Schmidt veranschaulichte sieben verschiedene Tätigkeiten an den einzelnen Wochentagen. Die Percussion hierzu spielten Janine und Leoni Hildebrand. Letztere führte eine Achterschlange zum Lied über die Acht an und spielte den mitternächtlichen Uhrschlag im letzten Lied. Für die Klavierbegleitung konnte der Keyboarder aus Metcalfs Band, der Berliner Pianist Michael Henkel, gewonnen werden. Er freute sich, dieses von ihm häufig in Livekonzerten gespielte Programm auch einmal nicht nur für Kinder, sondern mit Kindern gemeinsam aufzuführen, und dieses Vergnügen war in der Zusammenarbeit deutlich spürbar! Er stellte sich mit perfekter Aufmerksamkeit und großer Sensibilität auf Chorleiterin, Chor und Solistinnen ein und stütze diese bei den recht anspruchsvollen Liedern durch ein eingängiges harmonisches und rhythmisches Fundament. Bei einigen Stücken wirkte er auch gesanglich mit, durch Einschübe oder Singen einer Begleitstimme, die nie dominierte, sondern einen reizvollen Kontrast zu den hellen Kinderstimmen bildete. Für die Chorleiterin war diese Zusammenarbeit sehr hilfreich, denn nun hatte sie Kopf und Hände frei für ihre eigentliche Aufgabe. Allen gemeinsam machte diese Aufführung sehr großen Spaß! Besonderer Dank gilt nicht nur den Akteur/innen auf der Bühne, sondern auch all denen, die durch Herstellung und Ausleihe von Requisiten und aktive Mithilfe bei den Chorwochenenden und rund um die Aufführung tätig waren, nicht zuletzt dem Publikum für seine gute Stimmung und die großzügigen Spenden. Alle Kinder und Jugendlichen, denen die Aufführung gefallen hat, sind herzlich zum Mitmachen im Kinderchor Hitkids (bis 3. Klasse) oder Jugendchor For You (ab 4. Klasse) eingeladen! Der Chor steht allen Kindern ab 6 Jahren offen; ein Anmeldeformular findet ihr auf dieser Seite unter Angebote/Kinder- und Jugendchor/Neuanmeldung.
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